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Über das Leben der Frauen
Vorwort
Das vorliegende Buch hat sich zum Ziel gesetzt, Jugendliche (und Erwachsene) auf eine andere Geschichte neugierig zu machen und Einblicke in einen Teil der Vergangenheit zu zeigen, der oft vergraben ist unter der Erforschung von großen, meist männlichen Taten. Die Geschichte der Frauen, die hier erzählt wird und ihren Raum finden soll, ist nicht nur die Geschichte der Herrschenden, der Eroberinnen, der Politikerinnen und der Machtmenschen, obwohl es natürlich auch einige bekannte mächtige Frauen gab. Vielmehr soll das Interesse jenen Frauen gelten, die im Alltag ihre Frau gestanden haben und sich mit ihrer Stellung auseinander setzten. Denn Frauen waren sich sehr wohl ihrer Unterdrückung bewusst. Sie fanden im Laufe der Zeit viele Möglichkeiten und Wege, um mit ihrer Situation umzugehen. Es geht in diesem Buch aber auch um das Unrecht, das über Jahrhunderte an Frauen begangen wurde und das in den Geschichtsbüchern steht oft nicht genug beachtet wird. Die ausgewählten Frauenporträts dienen als Beispiele dafür, wie sich Frauen trotz aller Schwierigkeiten, die sie mit Ungerechtigkeiten hatten, durchsetzten. Sie sind aber auch ein Beleg dafür, dass das, was sie erreichten, nicht selbstverständlich war. Das Augenmerk ist auf den geografischen und kulturellen Raum Europas gerichtet. Das vorliegende Buch will in seinen Beiträgen einen kleinen Einblick schaffen. Vollständig kann es nicht sein! Außerdem ist es schwierig, für frühere Zeiträume, wie etwa die Steinzeit und die keltische Zeit, den Alltag von Frauen genau zu beschreiben, weil es ja keine schriftlichen Quellen gibt. Die Geschichte soll aber aus einem anderen Blickwinkel gezeigt werden, und es ist mir wichtig, damit zu hinterfragen, welche Themen im Unterricht zu kurz kommen! Das Buch kann als informatives Lesebuch oder als Begleitbuch für den Unterricht genutzt werden. Die Zeittafeln zu jedem Zeitalter sind natürlich nicht vollständig. Sie sollen aber helfen, Zeiträume abzugrenzen und einen Überblick darüber schaffen, was die Menschen und insbesondere die Frauen in den jeweiligen Epochen gemacht haben. Die Rolle der Frau in den keltischen Mythen
In vielen keltischen Mythen spielen Frauen eine wichtige Rolle als Naturgottheiten. Auch diese Tatsache unterstreicht den Einfluss der Frauen in der keltischen Gesellschaft. Es gibt Göttinnen der Wälder, der Flüsse oder der Tiere. Sie sind aber auch zuständig für Liebe und Fruchtbarkeit. Einige bekannte weibliche Gottheiten sind die Himmelgöttin Dana, die Göttin der Heilquellen und des Feuers Sul oder die Göttin der Fruchtbarkeit, der Pferde und der Unterwelt Epona. Die keltische Göttin Epona Die Figur der Epona, der Schutzgöttin der Pferde bei den Römern ist keltischen Ursprungs und wurde nach ihrer Eroberung von den Römern übernommen, aber in ihrer Bedeutung reduziert. Bei den treverischen Kelten war sie die wichtigste weibliche Gottheit. Der Brauch der Römer, Gottheiten zu übernehmen, war verbreitet, vor allem um die eroberte Bevölkerung gnädig zu stimmen und nicht als respektlose Zerstörer angesehen zu werden. Die Figur der Epona ist von zahlreichen Kunstfiguren aus Gallien, also auch aus den Gebieten des heutigen Luxemburg bekannt. Zu sehen ist immer eine Frau, die auf einem Pferd sitzt. Andere Göttinnen wurden mit der Erdmutter in Verbindung gesetzt. Sie sollten für die Geburt gesunder Kinder oder für eine gute Ernte sorgen. Das Buch dient als Ergänzung zum Geschichtsunterricht und ist geeignet für die Klassen 5 bis 9!
Rubrique: Histoire
Niveau(x): Cycle 4, Enseignant(e)s
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